Aktuell Kreuzerhöhung

Das Fest der Kreuzerhöhung wird am 27. September (14. September nach altem Kalender) begangen.

Das Fest der Kreuzerhöhung lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das Kreuz Christi. Die Darstellung des Kreuzes erscheint in der Kirche schon sehr früh, bereits im zweiten Jahrhundert begannen die Christen, sich mit dem Kreuzzeichen zu segnen. Die Darstellung der Kreuzigung Jesu Christi kam etwa im IV. Jahrhundert auf. Das Kreuz, das in vorchristlicher Zeit ein Zeichen für einen schmachvollen und furchtbaren Tod war, wurde für die gläubigen Christen zum Zeichen des Sieges über den Tod, den Satan und alle seine Macht.

Die besondere Verehrung des Kreuzes Christi wurde im IV. Jahrhundert unter dem apostelgleichen Kaiser Konstantin dem Großen und seiner Mutter Helena eingeführt. Das Kreuz des Herrn erschien ihm dreimal im Leben. Das erste Mal sah er das Zeichen des Kreuzes während des Krieges mit dem ruchlosen Maxentius, dem Herrscher von Rom, der viel menschliches Blut bei der Wahrsagerei vergoss und den Dämonen eine große Zahl von Kindern, Mädchen und schwangeren Frauen zum Opfer brachte, um seinen trügerischen Göttern zu gefallen. Maxentius führte ein zügelloses und abscheuliches Leben und war in ganz Rom verhasst.

 

Als Konstantin gegen Maxentius zog, setzte er seine ganze Hoffnung auf Gott. Konstantin hatte nur 25.000 Soldaten, Maxentius ungefähr 200.000. Da er wusste, dass Satan mit seiner Macht auf der Seite des Maxentius stand, begann Konstantin zu dem einen Gott zu beten, der im Himmel und auf Erden herrscht und den alle Christen verehren. Er bat Gott um ein Zeichen dafür, dass der Krieg gegen den ruchlosen Maxentius erfolgreich sein werde. Als er inständig betete, erschien zu Mittag am Himmel ein aus Sternen bestehendes Kreuz des Herrn, das heller schien als die Sonne. Zusammen mit dem Kreuz war eine Schrift am Himmel zu sehen: “In diesem Zeichen wirst du siegen”, d. h. “Durch das Kreuz wirst du siegen.” Diese wundersame Erscheinung sahen alle Soldaten. Alle waren sehr erstaunt und erschrocken. Viele Soldaten waren Heiden, und für die Heiden war das Kreuz ein Zeichen für Unglück und Tod, weil zu jener Zeit auf dem Kreuz Verbrecher und Missetäter starben. Die Krieger fürchteten, dass die Erscheinung des Kreuzes Unglück bedeute. Konstantin selbst war sehr verwirrt. In der Nacht erschien ihm Christus selbst und wies wieder auf das Kreuz und sagte: “Fertige so ein Kreuz an und lass es vor deinen Kriegern einhertragen, dann wirst du nicht nur Maxentius besiegen, sondern auch alle deine Feinde.”

Der Kaiser erzählte seinen Vertrauten von diesem Traum und befahl den Goldschmieden ein Kreuz herzustellen, so wie es vor allen am Himmel erschienen war. Das Kreuz wurde aus Gold gemacht und mit Perlen und Edelsteinen geschmückt. Allen Soldaten befahl er, ein solches Kreuz auf die Waffen, Helme und Schilder zu malen.

Trotz seiner Übermacht wurde Maxentius besiegt. Nachdem Konstantin in Rom eingezogen war, dankte er Gott für den errungenen Sieg und befahl, zum Gedächtnis daran in der Mitte der Stadt auf einer hohen steinernen Säule ein Kreuz aufzustellen. Auf dem fre­quen­tiertesten Platz der Stadt wurde für Konstantin ein Denkmal mit einem Kreuz in seiner rechten Hand errichtet. Konstantin ließ auf ihm eine Inschrift in lateinischer Sprache anbringen: “Durch dieses erlösende Zeichen, den wahren Erweis von Mut, errettete und befreite ich eure Stadt vom Joch des Tyrannen und gab nach ihrer Befreiung dem römischen Senat und dem Volk ihren früheren Glanz und ihr Ansehen zurück.”

Das zweite Mal sah Konstantin das Kreuz am Himmel, als er die kleine Stadt Byzanz, das spätere Konstantinopel, belagerte, das dritte Mal, als er gegen die Skythen kämpfte. Alle diese großen und siegbringenden Erscheinungen überzeugten Konstantin später, dem Beispiel seiner Mutter, der Kaiserin Helena, zu folgen und sich taufen zu lassen.

Die fromme Kaiserin Helena beschloss, sich mit einer großen Geldsumme nach Jerusalem zu begeben, um dort nach dem Kreuz des Herrn zu suchen. Unterwegs besuchte Helena viele heilige Orte, reinigte sie von der Entweihung durch Götzenbilder und entdeckte die Reliquien vieler Heiliger. Der damalige Patriarch von Jerusalem, Makarios, empfing die Kaiserin mit gebührenden Ehren. Die selige Helena rief bei der Suche nach dem Kreuz des Herrn Juden zu sich und befragte sie, wo das Kreuz versteckt sei. Alle winkten ab und sagten, dass sie es nicht wüssten. Schließlich zeigte man ihr einen alten Mann namens Judas, den Sohn eines geachteten Propheten, und meinte, er müsse wissen, wo sich das Kreuz befinde. Judas weigerte sich ebenfalls lange, den Ort zu zeigen. Aber schließlich entschloss er sich dazu und brachte alle zu einem großen Hügel aus Erde und Steinen, auf dem der römische Kaiser Hadrian schon vor jener Zeit einen Tempel für die Göttin Venus errichtet hatte. Judas gab an, dass sich genau unter diesem Tempel das Kreuz befinde.

Helena befahl sogleich, den Tempel abzureißen, die Steine wegzuräumen und die Erde aufzugraben. Der Patriarch Makarios verrichtete an dieser Stelle ein Gebet, und in der Luft verbreitete sich ein Wohlgeruch. An dieser Stelle, ein wenig weiter östlich dieses Tempels, wurden das Grab Christi, die Schädelstätte Golgota, drei Kreuze und auch die Kreuzigungsnägel gefunden. Alle waren fassungslos, da sie nicht wussten, welches der drei Kreuze das Kreuz Christi war. Es geschah, dass man zu jener Zeit einen Toten zum Begräbnis vorbeitrug. Der Patriarch Makarios befahl den Trägern stehen zu bleiben, und die Kreuze wurden der Reihe nach auf den Toten gelegt. Als das Kreuz Christi auf ihn gelegt wurde, erwachte der Tote; er wurde durch die Kraft des göttlichen Kreuzes zum Leben erweckt. Die Kaiserin Helena ergriff das ehrwürdige Kreuz mit Freude, küsste es und verneigte sich vor ihm.

Dasselbe taten auch alle Kriegsherren und Würdenträger, Krieger und Bürger. Da aber rings herum viele Leute standen, die das Kreuz des Herrn sehen wollten, befahl die Kaiserin Helena, es allen zu zeigen. Der Patriarch Makarios stellte sich auf den höchsten Platz, erhob das Kreuz und zeigte es allen.

Alle Versammelten riefen dabei: “Herr, erbarme Dich!”

Seit jener Zeit, dem 14. September 335, wird das Fest der Kreuzerhöhung gefeiert.

 

Quelle:

http://rokmp-bielefeld.de/?p=955&lang=de-de

Aktualisiert (Sonntag, den 27. September 2015 um 12:00 Uhr)

 

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