Orthodoxes Christentum Über die Kirche Orthodoxie in Österreich

 

 

Orthodoxie in Österreich

In Österreich leben derzeit rund 400.000 orthodoxe Christen. Seit dem "Orthodoxengesetz" von 1967 genießen sie auch staatliche Anerkennung.

Dabei gilt zu beachten, dass es "die" Orthodoxie nicht gibt. Vielmehr gliedert sich die Orthodoxie in zahlreiche Schwesternkirchen auf. Grundsätzlich lassen sich zwei Stränge unterscheiden: die "orthodoxen Kirchen" und die "orientalischen Kirchen".

Unter "orthodoxe Kirchen" werden dabei jene Kirchen verstanden, die den byzantinischen Messritus verwenden. Unter den "altorientalischen Kirchen" sind unterschiedliche Messriten üblich (alexandrinisch, antiochenisch, armenisch). (Dies sind sogenannte “Monophysiten”. Genaueres siehe HIER — Anmerkung des Webmasters)

Zu den "orthodoxen Kirchen" zählen in Österreich die griechisch-orthodoxe Kirche (Patriarchat von Konstantinopel), die griechisch-orthodoxe Kirche (Patriarchat von Antiochia), die russisch-orthodoxe Kirche, die serbisch-orthdoxe Kirche, die rumänisch-orthodoxe Kirche, die bulgarisch-orthodoxe Kirche. Zu den "orientalischen Kirchen" zählen die koptisch-orthodoxe Kirche, die syrisch-orthodoxe Kirche, die armenisch-orthodoxe Kirche, die äthiopisch-orthodoxe Kirche, die malankara-orthodox-syrische Kirche, die äthiopisch-orthodoxe Kirche sowie die armenisch-apostolische Kirche.

ORTHODOXE KIRCHEN

Griechisch-Orthodoxe Kirche - Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel

1963 errichtete das ökumenische Patriarchat von Konstantinopel die Griechisch-Orientalische "Metropolie von Austria und Exarchie von Italien, der Schweiz und Ungarn" mit Sitz in Wien. Heute unterstehen der Metropolis von Austria die Länder Österreich und Ungarn. Derzeitiger Metropolit von Austria und Exarch von Ungarn und Mitteleuropa ist Erzbischof Michael Staikos.

In Österreich bestehen zwei griechisch-orthodoxe Kirchengemeinden. Die Gründung dieser Gemeinden liegt bereits über 200 Jahre zurück und verdankt sich dem Toleranzedikt von Kaiser Josef II. Die Pfarre zum Heiligen Georg (1010 Wien, Hafnersteig 2) wurde 1782 gegründet, die Pfarre zur Heiligen Dreifaltigkeit 1787 (1010 Wien, Fleischmarkt 13). Seit 1963 ist die Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit die Kathedrale der griechisch-orthodoxen Metropolis von Austria. Gegenwärtig leben etwa 18.000 griechisch-orthodoxe Gläubige in Österreich, 10.000 davon in Wien.

Griechisch-Orthodoxe Kirche - Patriarchat von Antiochia

Die griechisch-orthodoxe Kirche von Antiochia gehört zur griechisch-orthodoxen Kirche des Orients, untersteht jedoch nicht dem Patriarchen von Konstantinopel, sondern dem Patriarchen von Antiochia, Ignatios IV. In Österreich gibt es seit etwa 30 Jahren Gläubige dieses Patriarchats, hauptsächlich in Wien. Sie werden seit 2002 von Pfarrer Mihail Papas betreut. Die Gemeinde besteht aus etwa 210 Familien. Gottesdienste feiern die Gläubigen in der katholischen Kirche am Gaußplatz im zweiten Bezirk. Die Wiener Gemeinde gehört zur Metropolie von West- und Zentraleuropa, der Metropolit Gabriel (Salibia) vorsteht.

Russisch-Orthodoxe Kirche - Patriarchat von Moskau

Der russisch-orthodoxen Kirche gehören weltweit etwa 30 bis 50 Millionen Gläubige an. Damit ist sie die größte orthodoxe Kirche. Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche ist der in Moskau residierende Patriarch Aleksij II. (Patriarh Aleksij II war der Oberhaupt der Russischen Kirche von 7. Juni 1990 bis zu seinem Tod † am 5 Dezember 2008. Jetzt ist Oberhaupt der Kirche Patriarch KIRILL — Korrektur des Webmasters).

In Österreich ist die russisch-orthodoxe Kirche seit dem 18. Jahrhundert vertreten (unter Zar Peter dem Großen). Ende des 19. Jahrhunderts entstand im dritten Wiener Gemeindebezirk die Kathedrale zum Heiligen Nikolaus. Die offizielle Gemeindegründung erfolgte wenige Jahre später. 1951 wurde in Wien ein Dekanat eingerichtet, das 1962 zur Eparchie (Diözese) erhoben wurde. Seit 2003 ist Bischof Hillarion Alfejev für Wien und Österreich zuständig. (Seit 2009 — Erzbischof Mark — Korrektur des Webmasters). Bischofssitz der rund 1.000 Mitglieder zählenden Gemeinde ist die St. Nikolaus-Kirche. Als Pfarrer der Wiener Gemeinde fungiert seit 2002 Erzpriester Vladimir Tyschuk.

Serbisch-orthodoxe Kirche

Zum Orthodoxen Patriarchat von Serbien zählen zwischen 8 und 10 Millionen Gläubige in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien sowie einer Reihe von westlichen Staaten.

Oberhaupt der Kirche ist Seine Heiligkeit, Patriarch Pavle, der in Belgrad residiert. (Patriarch Pavle war der Oberhaupt der Kirche von 1990 bis zu seinem Tod † am 15. November 2009 in Belgrad. Am 22. Januar 2010 wurde Bischof von Niš Irinej als Nachfolger von Pavle zum Patriarchen der serbisch-orthodoxen Kirche gewählt — Anmerkung des Webmasters.)

Die serbisch-orthodoxe Kirche in Österreich gehört zur Diözese Mitteleuropa unter der Leitung von Bischof Konstantin Djokic mit Sitz in Deutschland. In Wien gibt es eine serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde seit 1860, 1893 erfolgte die Einweihung der serbisch-orthodoxen Kirche zum Heiligen Sava im dritten Wiener Gemeindebezirk.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ging die Zahl der serbisch-orthodoxen Gläubigen stark zurück, stieg ab 1960 durch die zahlreichen Gastarbeiter aber wieder stark an. Da dies auch in vielen anderen westlichen Ländern der Fall war, errichtete die serbisch-orthodoxe Kirchenführung 1969 die westeuropäisch-australische Diözese. 1974 wurde in Wien ein Zentrum für die serbisch-orthodoxen Gastarbeiter geschaffen, in dem Pfarr-, Sozial- und Kulturbetreuung angeboten wird. Die serbisch-orthodoxe Kirche in Wien und Umgebung zählt zwischen 80.000 und 100.000 Gläubige. Vorsteher der serbisch-orthodoxen Christen in Österreich ist Bischofsvikar Erzpriester Drago Govedarica.

Rumänisch-orthodoxe Kirche

Zum Orthodoxen Patriarchat von Rumänien gehören etwa 13 Millionen Gläubige in Rumänien. Oberhaupt der Kirche ist Seine Seligkeit Patriarch Teoctist Arapasu mit Sitz in Bukarest.

In Österreich wurde die rumänisch-orthodoxe Kirche 1781 mit dem Toleranzedikt von Kaiser Josef II anerkannt. Die Gründung der Kirchengemeinde erfolgte 1787, heute zählt sie etwa 2.000 Gläubige. In Wien feiern die Gläubigen seit 2003 ihre Gottesdienste in der neuen rumänisch-orthodoxen Kirche. Als Pfarrer wirkt hier seit 1993 Erzpriester Nicolae Dura. Der zuständige Bischof ist Metropolit Seraphim Romul Joanta von Deutschland mit Sitz in Nürnberg. Neben Wien gibt es weitere rumänisch-orthodoxe Gemeinden in Salzburg und Graz.

Bulgarisch-orthodoxe Kirche

Zum Orthodoxen Patriarchat von Bulgarien gehören etwa 5 Millionen Gläubige, die überwiegende Mehrheit davon lebt in Bulgarien. Oberhaupt der Kirche ist der in Sofia residierende Patriarch Maxim.

Die bulgarisch-orthodoxe Gemeinde in Österreich existiert seit 1967. Heute umfasst die Gemeinde rund 10.000 Mitglieder, der Großteil davon lebt in Wien und Umgebung. Die Gemeinde besitzt eine eigene Kirche im 4. Wiener Gemeindebezirk ("Heiliger Iwan Rilski", eingeweiht 1994). Als Pfarrer in Wien fungiert seit 1990 Erzpriester Ivan Petkin. Der für Österreich zuständige Bischof ist Metropolit Simeon von Westeuropa mit Sitz in Budapest.

ORIENTALISCHE KIRCHEN

Armenisch-apostolische Kirche

Der armenisch-apostolischen Kirche gehören weltweit rund 6 Millionen Gläubige an. Sie leben hauptsächlich in Armenien, der Türkei, den Ländern des Nahen Ostens, in Europa und Amerika. Oberhaupt der Kirche ist Patriarch Karekin II. mit Sitz in Etschmiadzin bei Jerewan in Armenien.

In Österreich leben seit dem 17. Jahrhundert Armenier, in der Anfangszeit hauptsächlich Kaufleute im Dienste der Habsburger. Eine eigene armenisch-apostolische Kirchengemeinde wurde während des Ersten Weltkriegs gegründet. 1968 erfolgte die Einweihung der Kirche St. Hripsime im 3. Wiener Gemeindebezirk.

1980 wurde eine neue armenisch-apostolische Diözese für Mitteleuropa mit Sitz in Wien errichtet, der seit 1992 Erzbischof Mesrob Krikorian vorsteht. Derzeit leben in Österreich, hauptsächlich in Wien, etwa 3.000 Armenier, die Kirchengemeinde im engeren Sinn umfasst etwa 1.200 Mitglieder. Erzbischof Krikorian betreut diese Gemeinde bereits seit 1962.

Syrisch-orthodoxe Kirche

Zur syrisch-orthodoxen Kirche bekennen sich etwa eine Million Gläubige in Syrien, der Türkei, im Irak, Libanon, Jordanien, Israel, Indien, Europa und den USA. Oberhaupt der Kirche ist Patriarch Mar Ignatios Zakka I. mit Sitz in Damaskus.

Aus politischen und wirtschaftlichen Gründen sind in den vergangenen 40 Jahren zahlreiche syrisch- orthodoxe Gläubige aus Syrien, der Türkei, dem Irak und Libanon nach Westeuropa ausgewandert. In Österreich leben derzeit etwa 4.000 Gläubige. In Wien gibt es zwei syrisch-orthodoxe Gemeinden, darunter die Kirchengemeinde St. Ephrem im 13. Wiener Gemeindebezirk (ca. 1.700 Mitglieder) sowie die Petrus und Paulus-Gemeinde (gegründet 2002) im 22. Bezirk.

Koptisch-orthodoxe Kirche

Etwa 12 Millionen Gläubige in Ägypten, dem Sudan, im Nahen Osten aber auch in den USA, Kanada und in Australien bekennen sich zur koptisch-orthodoxen Kirche. Das Oberhaupt der Kopten, der koptische Papst und Patriarch des Stuhles des Heiligen Markus, Amba Shenouda III., hat seinen Sitz in Kairo.
Die koptisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Österreich wurde 1976 gegründet und umfasst heute etwa 5.000 Mitglieder. Ihr Oberhaupt ist Bischof Gabriel. Von 1998 bis 2002 errichteten die Kopten im 22. Wiener Gemeindebezirk eine eigene Kirche ("Der heiligen Jungfrau von Zeitoun"). Seit 2001 gibt es im niederösterreichischen Obersiebenbrunn ein koptisches Kloster. Dazu wurde ein ehemaliges Schloss des Prinzen Eugen von Savoyen adaptiert. Das Kloster, das dem heiligen Kirchenvater Antonius, dem Begründer des ägyptischen Mönchtums gewidmet ist, steht auch Besuchern zur Einkehr offen. Eine weitere koptische Gemeinde mit einer eigenen Kirche gibt es auch in Graz. Auch in Linz ist derzeit eine eigene koptische Gemeinde im Entstehen.

Indisch-orthodoxe Kirche (malankara-orthodox-syrische & malankara-syrisch-orthodoxe Kirche)

Die indisch-orthodoxe Kirche ist in die Malankara-syrisch-orthodoxe Kirche und die Malankara-orthodox-syrische Kirche gespalten. Erstere ist mit der syrisch-orthodoxen Kirche vereinigt, letztere ist unabhängig (Oberhaupt: Mar Thoma Mathews II., Sitz im südindischen Kerala). Zu den beiden Kirchen gehören etwa 1,5 Millionen Gläubige, hauptsächlich in Indien, Sri Lanka und Malaysia.
Seit 1989 hat die malankara-syrisch-orthodoxe Kirche einen Seelsorger in Wien. Derzeit ist Pfarrer Biji Chirathilattu für die Betreuung der etwa 50 indischen Familien zuständig. Ihre Gottesdienste feiert die Gemeinde in der alten Lainzer Pfarrkirche im 13. Bezirk, die von der Erzdiözese Wien der syrisch-orthodoxen Gemeinde übergeben wurde. Die Anfänge der malankara-orthodox-syrischen Gemeinde in Österreich gehen auf das Jahr 1985 zurück. Seit dem Frühjahr 2004 ist Pfarrer Joykutty Varghese für die Gemeinde zuständig. Diese feiert ihre Gottesdienste in der katholischen Kirche in der Taborstraße im zweiten Bezirk.

Äthiopisch-orthodoxe Kirche

26 Millionen Gläubige - fast ausschließlich in Äthiopien - bekennen sich zur äthiopisch-orthodoxen Kirche. Oberhaupt Abuna Paulos residiert in Addis Abeba. Neben den Diözesen in Äthiopien unterstehen dem Patriarchen auch jeweils eine Diözese im Sudan, in Jerusalem und in den USA.

In Österreich besteht sei 1999 eine äthiopisch-orthodoxe Kirchengemeinde, der Pfarrer Aba Kidanemariam vorsteht. Der für die österreichische Gemeinde zuständige Bischofsvikar ist Merawi Tebege mit Sitz in Köln. Gottesdienste feiern die Äthiopier in der Kapuzinerkirche in Schwechat (Wienerstraße 18).

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(Quelle: http://www.katholisch.at/content/site/unsichtbar/bartholomaios/article/10608.html)

Aktualisiert (Sonntag, den 28. November 2010 um 15:38 Uhr)

 

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